Letzte Spendenabrechnung für Krakau

Ein Ende und ein Anfang

Seit meinem letzten Bericht ist wieder einiges geschehen. Zunächst einmal zu den Finanzen: Im Juli und August gab es weder Einnahmen noch Ausgaben. Ich hatte die Medikamente und das Porto bereits im Juni bezahlt, so dass ich die Juli-Lieferung nach Krakau nur noch verschicken musste.

Die schlechte Nachricht ist, dass die Helfer zu Ende Juli ihren Stützpunkt am Krakauer Hauptbahnhof geschlossen haben.

Anna schreibt mir dazu:

„Wir waren die letzte Gruppe von Freiwilligen, die den Help Point am Bahnhof leitete. Die Situation am Bahnhof hat sich stabilisiert und ist fast zur Normalität zurückgekehrt. Die Flüchtlinge, die Unterstützung brauchten, weil sie gerade aus dem Zug gestiegen waren, sind praktisch verschwunden. Doch immer öfter kam es zu Situationen voller Ansprüche, absurder Forderungen und Versuchen, die Freiwilligen zu betrügen. Die Menschen, die wegen der Spenden kamen waren Stammgäste, die erstmals im März auftauchten. Und die sich eigentlich langsam selbständig machen sollten. Die Moral in der Gruppe war am sinken.

Tatsächlich widmeten noch immer dieselben Freiwilligen seit 5 Monaten ihre Freizeit. Es gab keine Systemhilfe von der Stadt. Abgesehen von unangenehmen Situationen kam es also zu burnout und zu weniger Anrufen für den Bereitschaftsdienst. Wir haben daher beschlossen, den Punkt zu schließen und das, was wir haben, an den aktuellen, allgemeinen Unterstützungspunkt vor dem Bahnhof (ul. Wileńska) zu übergeben.

Wenn Ihr immer noch Spenden schicken wollt, kann ich Euch einen Kontakt zum Koordinator dieses Punktes schicken. Wir denken jedoch, dass es jetzt am nötigsten ist, zu versuchen, die Punkte in der Ukraine zu erreichen, die am meisten vom Krieg betroffen sind.

Von unserer Seite aus möchten wir Euch für eine so lange und enorme Unterstützung danken! Eure Pakete haben oft das Feuer gelöscht und die Situation gerettet. Ihr seid wunderbare Menschen mit einem großen Herzen ❤ Alles Gute für Deine Freunde und Dich!“

Ich hoffe, Ihr seid jetzt auch ein bisschen rot geworden 😉 Es fühlt sich jedenfalls gut an, daß wir helfen konnten!

Eigentlich ist das ja auch eine gute Nachricht, dass die Not am Bahnhof nicht mehr so groß ist. Allerdings gibt es jetzt ein kleines Problem: Ich habe zuviel Geld! Ich hatte unsere Unterstützung so geplant, dass wir noch bis in den Winter hätten helfen können. Soll heißen, wir haben noch einiges an Geld übrig. Um genau zu sein 3.626,25 €.

Klick ins Bild für größere Darstellung.
Die Buchungen im Detail könnt Ihr hier nachlesen.

Ich sehe es genauso wie Anna, wir sollten vor Ort in der Ukraine helfen! Mein diesbezüglicher Plan lief ja schon seit einiger Zeit parallel zu Krakau: Ich habe über den Sommer sehr viel Praxisausstattung für Tierarztpraxen gesammelt (Laborgeräte, Röntgen, Ultraschall, Instrumente) und werde diese Ende Oktober in die Ukraine bringen. Dort habe ich mittlerweile einige Kontakte zu Tierärztinnen und Tierärzten, die die Stellung halten und kostenlose oder wenigstens stark verbilligte Hilfe für Tiere leisten. Oder fliehen mussten und nun im Hinterland eine neue Existenz aufbauen müssen. Genauso wie die geflohenen Tierbesitzer.

Es wäre toll, wenn Ihr mir weiter Euer Vertrauen aussprechen würdet! Dann könnte ich mit dem Krakauer Geld die Hilfe auf Tierheime ausweiten und noch viel mehr Richtung Medikamente (Floh- und Wurmmittel, Antibiotika) machen. Alles ein Tropfen auf den heissen Stein, aber die Kolleginnen und Kollegen sind jetzt schon glücklich, daß sich überhaupt jemand für sie interessiert.

Ich kann aber auch jeden gut verstehen, der sagt: „Nein, dafür habe ich nicht gespendet!“. Dann reicht eine kurze Mail und ich überweise die Spende zurück oder an eine Institution Eurer Wahl.

Und wenn Ihr einverstanden seid, freue ich mich über eine kleine moralische Unterstützung, am besten auf facebook. Kostet ziemlich Nerven, die ganze Planung…

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